Von Bamako nach Bamako

Baobas, blattlos und doch erhaben,
schauen über weites, breites Land.
Mit allen Farben, fremden Mustern
satt das quirlig laute Leben
auf dem wöchentlichen Markt.
Dahinter blinzelt Djenne’s Starkulisse -
die weltweit grösste Lehm-Moschee.

Un cadeau ?

An Bani’s breiten, flachen Ufern
bunt bemalte Grosspinassen.
Mopti’s alte Werft und Markt
mit grossen, runden Kalebassen,
mit glitzernden  Bergsalzplatten
und gedörrtem Fisch in Körben,
alles samt schwer aufgewogen.

Un cadeau ?

Alt geblieb’nes  Dogonland
mit schrillem, unverstand’nem Maskentanz,
wo Telem’s alte Häuser schroff als
Speicher nun an zu steilen Felsen kleben.
Rote Erde, roter Stein und Sand,
Esel mit rostig-kehl’gen Lauten
manch’ Schläfer wecken, hemmungslos.

Un cadeau ?

Wind wiegt sonnengelbes Hirsegras
unter leuchtend’ Hombori Bergen.
Diese, steinig und stolz und steil,
schauen streng auf uns herab.
Heisse Luft und ferner Dunst
die Sicht auf offne Weite trüben.
Mit der Dürre ein Dorf sein Grab hier fand.

Un cadeau ?

Über staubig’ Wellblechpiste
die holprige Fahrt dem Niger zu,
zur Sand verschluckten,
zur einst würdevollen Stadt.
Timbuktu ! Du schillernd’ Phantasie !
Du alter Traum von Ewigkeit und Zeit !
Was bleibt dir ausser der Erinnerung ?

Und vielleicht, un cadeau ?

 

April 2008